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Monday, April 16, 2012

Motovun / Istrien

Auf einem Hügel im mittleren Istrien über dem Tal der Mirna liegt die Stadt mit dem am besten erhaltenen Befestigungssystem in Istrien. Schon in urgeschichtlicher Zeit erkannten die Menschen die Annehmlichkeiten des Lebens auf der ebenen Stelle oben auf einem Hügel und errichteten daher dort eine Siedlung. Welche Bedeutung die Stadt damals hatte, wissen wir nicht. Doch wie sie sich entwickelte, können wir aus einem Dokument aus dem Jahr 804 entnehmen, als der Bericht des Parlaments von Rižana verfasst wurde. Neben zahlreichen Problemen, die die Vertreter der istrischen Städte bei der großen Versammlung am Fluss Rižana vortrugen, ging es auch um Steuerabgaben an Byzanz. Die Höhe der Steuer hing von der wirtschaftlichen Macht der Städte und Siedlungen ab. Nach den Abgaben stand Montovun gleich hinter Pula, Poreč und Rovinj. Nach der wirtschaftlichen Macht, die Motovun im Frühmittelalter besaß, ist die Zahl der materiellen Zeugnisse dieser Zeit unglaublich klein. Es wurden erst einige Fragmente von Kircheneinrichtungen gefunden. Eines davon ist in eine Wand eines der Cafés von Motovun eingemauert.

Es lohnt sich dies zu besichtigen!

Die Stadt wurde bis zum 12. Jahrhundert von den Patriarchen von Aquileia verwaltet. Danach übernahmen sie die Görzer Grafen. Nach ersten Mauern und Gebäuden (Rathaus, alte Loggia, Kirche mit Glockenturm) kann man annehmen, dass es im 13. Jahrhundert als Handwerks- und Handelszentrum mit einer befestigten Zitadelle bestand. Das Rathaus, ein romanischer Bau aus dem12./13. Jahrhundert, wurde soweit erhalten, dass noch immer die Spuren der zugemauerten Fenster deutlich zu sehen sind. Am Eingang in den mittleren Teil der Stadt, auch heute noch in derselben Funktion – befinden sich die Räumlichkeiten der Gemeinde von Motovun.
Im Jahr 1278 übernahm Venedig ganz die Herrschaft. Mit Beginn des 14. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt schneller. Die Unterstadt Borgo entstand, die mit neuen Mauern geschlossen wurde. Auch die Qualität des Lebens nahm zu, so dass es dort schon im Jahr 1331 eine Apotheke und einen Arzt gab.
Im 15. Jahrhundert wurde Motovun eine Grenzbefestigung zwischen zwei Großmächten, zwischen der Venezianischen Republik und der Grafschaft von Pazin. Dank dieser neuen Funktion, seiner strategischen Lage und seiner Position am schiffbaren Fluss Mirna, ermöglichte dies eine lebendige Handelstätigkeit und festigte so den Status einer der  bedeutendsten istrischen Städte. Das Verteidigungssystem wurde ausgebaut, gefolgt von intensiver Bautätigkeit von Kirchen und Wohngebäuden. Die Stadt wurde auch am östlichen Abhang erweitert. Der Vorstadtteil Gradiziol entstand. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche des Hl. Anton von Padua gebaut, etwas später im Jahr 1521 wurde der Bau der Kirche und des Glockenturms der Hl. Jungfrau Maria vom Tore fertig gestellt, deren Hauptaltar die bekannte Werkstatt von Paulo Campse gestaltete. Das war eine der  beliebtesten Holzschnitzerwerkstätten der Renaissance in Istrien. Im Jahr 1584 begannen die Franziskaner mit dem Bau der Kirche der Seligen Jungfrau Maria dei Servi. Dieser Bau wurde, wie schon der Name sagt, von den Serviten beendet.

Auch die Zitadelle im Zentrum änderte ihre Funktion. An Stelle der alten Zitadelle wurde zwischen 1580 und 1614 eine dreischiffige Kirche des Hl. Stephans mit Charakteristiken der Spätrenaissance errichtet. Zwischen ihr und dem Rathaus entstand ein großer Platz mit mehreren Trinkbrunnen. Wenn wir auf den Platz kommen, befinden wir uns über einer großen städtischen Zisterne, die ganz Motovun mit Trinkwasser versorgte. Der ständige Umbau und die Verstärkung der Stadtmauer, angeregt durch die neue Stellung und den Status der Stadt, brachte schließlich ein mehrfaches Befestigungssystem zu Stande. Der mittlere Ring mit dem monumentalen Tor im Westen und den Verteidigungstürmen an exponierten Positionen ermöglichten eine vergrößerte Promenade. Der zweite Mauerring, durch den man durch einen monumentalen Durchgang neben dem Rathaus gelangt und wo heute ein kleines Lapidarium eingerichtet ist, umfasste einen Teil des Borgo, Barbacan und Gradiziol. Neben dem zweiten Mauerteil baute man noch einen dritten dazu, um auch den restlichen Teil des Borgo zu umfassen. Mit dieser Einteilung der Durchgänge durch den ersten und zweiten Mauerring entstand ein kleiner verlängerter Platz, an dessen Ende ein neues Rathaus errichtet wurde.
Wenn wir auf diesem Platz stehen und uns die Umgebung anschauen, bemerken wir einen ungewöhnlich dichten Wald rechts des Flusses Mirna. Es ist der Motovuner Wald. Das Holz aus diesem Wald war in Venedig sehr geschätzt, weil die heimischen Bäume der leicht geneigten Stieleichen und anderer für den Bau der Schiffsrümpfe venezianischer Schiffe genutzt wurden.
Ende des 18. Jahrhunderts, als sich nach dem Fall der Republik Venedig, die Lebensbedingungen änderten, entstand die Vorstadt Rialto. Die Bedeutung Motovuns nahm danach ab.
Die Stadt hatte eine wichtige Funktion auf der Trassenführung der Parenzana. Die  Revitalisierung der Stadt begann erst in der Neuzeit mit der Profilierung als Haupttourismuszentrum Istriens mit zahlreichen internationalen Veranstaltungen. Das Motovuner Filmfestival ist das bekannteste.

Besuchen Sie:

Fahren Sie auf der Straße entlang des Flusses Mirna bis zum Fuße der Stadt Buzet und wieder zurück nach Motovun. Auf diese Weise werden sie fühlen, wie Motovun von Schiffen aus gesehen wurde, die durch Jahrhunderte auf dem einst breiten Fluss Mirna fuhren.

Sehenswertes:

Wer war Andrea Antico, nach dem der zentrale Motovuner Platz benannt wurde? Antico (1480 – nach 1538) war der erste Drucker von Noten in Rom, gleichzeitig Komponist, Redakteur und Herausgeber, angeblich der beste Drucker von Noten seiner Zeit. Geboren wurde er in Motovun.(revitas.org)

Friday, August 31, 2007

Motovun

Eine alte Legende besagt, dass einst in dem Tal des Flusses Mirna Riesen gelebt haben. Sie waren so groß, dass sie – die Städte auf den Hügeln oberhalb des Flusses schauend – sich gegenseitig Werkzeug und große Steine reichen konnten.Zu den Städten, die in dieser legendären Zeit die Riesen erbaut haben, zählt auch Motovun. Viel später, als Istrien von gewöhnlichen Menschen angesiedelt wurde, verschwanden die Riesen allmählich, doch dank der Legende und der Geschichten vom Schriftsteller Vladimir Nazor vergaß man den Riesen von Motovun - Veli Jože - nicht, der mit seinen kräftigen Händen die Kirchenglocke läuten lassen konnte.
Die ganze Stadt Motovun ist ein Denkmal an sich, ein altertümliches istrisches Städtchen, das eine Kuppel auf dem 277 m hohen Hügel bildet und dessen heutiges Aussehen noch aus dem Mittelalter stammt, aus dem 12. und 13. Jh.Bis zur Spitze des Hügels von Motovun, bis zu seinem venezianischen Hauptplatz führt mit 1052 Stufen die längsteTreppe Istriens.


Aus dem an Bauten reichen Erbe Motovuns müssen hervorgehoben werden: das Stadttor mit Turm, der Stadtpalast im Renaissancestil, die Stadtloggia, die Pfarrkirche des St. Stephan, die kleineren Kirchen Madonna dei Servi und Madonna delle porte,das mittelalterliche Straßenbaukonzept, öffentliche Zisternen und viele Wappen auf den Hausfronten. Die Lage und das Stadtbild machen Motovun zu einem der schönsten alten Städtchen im Mittelmeergebiet. Das "Hotel Kaštel" liegt auf dem Hauptplatz, in einem Palast aus dem 18. Jh.


Auf den Hängen des Hügels um Motovun erstrecken sich Weinberge, in denen bekannte istrische Weinsorten, der Teran und der Malvasier gedeihen und in dem kilometerlangen Wald von Motovun entlang des Mirna-Tales findet man unter der Erde Trüffel, die von dazu besonders dressierten Hunden "geerntet" werden. Der Sommer und der Frühherbst sind die Saison des schwarzen Trüffels und der Spätherbst und Winter die des geschmackvolleren (und teuren) istrischen weißen Trüffels. Im Oktober werden in mehreren Ortschaften des Mirna-Tales die "Tage des Trüffels" gefeiert und Speisen mit Trüffeln küren stolz die Speisekarte des Hotels "Kaštel" in Motovun.

Motovun war seit der Vorgeschichte die wichtigste Siedlung in weiterer Umgebung und nach neueren Untersuchungen von "New Age" Wissenschaftlern verdankt dieses Städtchen seine gute Lage dem Überlappen von Energielängenkreisen bzw. sog. "Drachengraben". Diese Meridiane übertragen die positive Lebensenergie der Erde in die Umgebung und wo sich die Graben kreuzen, wie es der Fall mit Motovun ist, entsteht eine kräftige Quelle positiver Energie, ein "Atemrohr" des Planets Erde. Diese gebündelte Energie wirkt auf den Menschen beruhigend und relaxierend, erhöht die Konzentration und geistige Anwesenheit, es wirkt erholsam und erfrischend, begünstigt die Meditation, fördert die Kreativität und Toleranz. Vielleicht ist das auch einer der Gründe für die zahlreichen Versammlungen und kreativen Treffen von Leuten aus der ganzen Welt.




Veranstaltungen in Motovun

In Motovun finden während des Jahres eine Reihe traditioneller heimischer und internationaler Veranstaltungen statt:
"Bacanje roga“ (Horntreffen) - Die traditionelle volkstümliche Spiel "Bacanje roga“ (Horntreffen) ist Teil der Fasten- bzw. Faschingszeremonien. Am "Aschermittwoch“, Tag nach dem Fastendienstag, werfen die Männer Holzstöcke oder "bacuka“ so nah wie möglich an Ochsenhörner. Es wird in mehreren Etappen gespielt, von der Spitze bis zur Sohle des Motovun Hügels.

"Motovuner samanj" - Das traditionelle "Motovuner samanj", jährliches Volksfest, das die Einweihung der Motovuner Pfarrkirche des Hl. Stephans feiert und mit Unterhaltungs- und Kulturprogramm am 02. August abgehalten wird.

Internationalen Motovuner Filmfestspielen - Zu den Internationalen Motovuner Filmfestspielen Anfang August versammeln sich seit 1999. bis zu zwanzig Tausend Filmliebhaber. Das Hotel "Kaštel" ist regelmäßig Gastgeber der Events, von der Unterbringung der Teilnehmer und Gäste der Festspiele, über abendliche Partys bis hin zu nächtlichen Filmvorführungen auf der Hotelterasse.

Der Herbst und der Winter beschenken Motovun, die Motovuner und deren Gäste mit einer Vielfalt von Geschenken. Es ist die Zeit,in der im Wald von Motovun die bekannten istrischen weißen Trüffel gesucht werden und die Zeit, in der aus den Geschenken der Weinberge von Motovun die besten istrischen Weine, der Teran und der Malvasier entstehen. Den ganzen August über werden im ganzen Mirna-Tal –in Oprtalj, Istarske Toplice, Gradinje und Motovun – die "Dani tartufa“ (Tage des Trüffels) gefeiert. Es ist ein besonderes Erlebnis dieser Tage Speisen mit frisch gepflückten Trüffeln zu kosten (einer noblen schmackhaften Pilzsorte, der aphrodisiakische Wirkung zugeschrieben wird) und an zahlreichen anderen Programmen Geschmack zu finden. Neben den „Tagen des Trüffels“ ist Motovun am ersten Wochenende im November Gastgeber des "Feier des Ballons, des Weines und des Trüffels“, einer Veranstaltung, deren gastronomischer Genuss mit einem Hauch von Abenteuer bereichert wird.